28.08.2012

Alex Schwander: Fotograf

(Piet Klocke)

Ich kenne Alex jetzt seit rund fünfundzwanzig Jahren. Getroffen haben wir uns damals in Sachsenhausen im Studio von Henner Prefi – zu der Zeit sein Arbeitgeber und mein Dozent. Wir haben auch an der gleichen Hochschule in Darmstadt studiert, wir haben semesterweise pausiert, um zu arbeiten und wir haben beide am Anfang unserer „Karriere“ im Rhein-Main-Gebiet assistiert. Er ist Fotograf geworden, ich nicht. Aber um mich geht es hier nicht, sondern um Alex, den ich euch hier als ersten Fotografen vorstellen möchte. Hier in hobeins.net

Alex Schwander, Baujahr 1965, arbeitet in Frankfurt seit 1990 als freier Fotograf (freier Fotograf? Ich komme eben aus einer Zeit, als es durchaus nicht selbstverständlich war, dass man als Fotograf/in selbstständig war). Alex fotografiert Menschen. Obwohl seine Assi-Zeit bei Henner Prefi auf Stillife-Photography hindeuten könnte, fokussiert er seine Kamera lieber auf Gesichter, Körper, Situationen. Aber eben – und hier schließt sich der Kreis – mit der Präzision des Stillifers.

(Cover Story für das AOK Magazin)

Wie alle Fotografen, die ich hier vorstellen werde, ist Alex ein Jäger. Er jagt das „gute Bild“. Natürlich macht er auch Bilder, die diese Jagd finanzieren, aber welcher Fotograf tut das nicht? Faszinieren ihn Gesichter, fotografiert er zusätzliche Serien, die niemand finanziert.  Auf jeden Fall will er immer das Erreichbare eines Jobs erreichen, sonst fühlt er Leere. Und er mag Menschen. Er versteht es, dass sie sich vor seiner Kamera wohl fühlen. Und das sieht man seinen Fotografien an.

Ich kenne ihn, wie gesagt, seit rund fünfundzwanzig Jahren. Und damit ihr ihn besser kennen lernt, habe ich ihn mal ein wenig ausgequetscht.

Alex, ich gebe einen aus. Was trinkst du?
Eine grosse Spezi (aber so, wie die von 1974, als ich mit meinen Eltern am Königssee war. In einem 0,5-Liter Bierglas und mit einer halben Zitronenscheibe. Es gibt Geschmackserlebnisse, die man nicht vergisst!)

(Die Band Al Jawala)

Wie endet ein perfekter Shooting-Tag?
Mit einem inneren Lächeln. Und wenn der Kunde dann auch noch lächelt …

Isst du und wenn ja, was am liebsten?
Schniposa (ein ehrliches Wiener Schnitzel mit Pommes und Salat, dazu auf jeden Fall Senf.)

Warum ist deine Base in Frankfurt, obwohl das ja gar nicht geht, wie man aus Hamburg hört?
Hamburg?! Sagt mir nichts. In welchem Land ist das?

(Claude Nobs, Boris Becker, Rudi Völler)

Wie in drei Teufels Namen bist du zur Fotografie gekommen?
Ein magischer Moment, als ich zum ersten Mal sah, wie aus einem weissen Blatt Karton ein Foto entsteht (seinerzeit im Labor eines Klassenkameraden, der ein SW-Foto für mich vergrössern sollte)

Welches berühmte Bild hättest du gern selbst geschossen?
„Blick aus dem Fenster in Le Gras“ von Joseph Nicéphore Niépce (Erster!!)

Welchen Kreativen (Fotograf, Designer, Texter usw.) würdest du gern mal treffen?
Anton Corbijn

(Annabelle Mandeng)

Wie wichtig ist dir Feedback zu deinen Arbeiten?
Sehr wichtig! Leider manchmal zu selten.

Ist Fotograf zu sein cool?
Klar – aber meistens für die, denen man davon erzählt.

Was machst du, wenn du sechzig bist?
Ich kämme mein verbliebenes Resthaar von hinten in Richtung Stirn und diskutiere mit meinem Kunden das aktuelle Projekt.

(aus einer Kampagne für Pioneer Jeans)

Lass mal deine Shooting/Studio-Playlist hören (10 Titel).
10 sind zu wenig, aber bitte:
Bobby Jean – Bruce Springsteen
With Or Without You – U2
Ashes To Ashes – David Bowie
Here Comes The Rain Again – Eurythmics
The Bed’s Too Big Without You – The Police
Spirits (Having Flown) – Bee Gees
Like The Way I Do – Melissa Etheridge
I Burn For You (Live) – Sting
Fuhl ahm Strand – BAP
Storms – Fleetwood Mac

Zum Schluss: Raum für eigene Notizen. Also, was willst du noch loswerden?
Alles gesagt.

Danke für das Gespräch, Alex.
Danke auch. 

So, ich hoffe, ihr habt Alex ein wenig kennen gelernt. Die Auswahl der hier präsentierten Bilder habe ich mir nicht nehmen lassen. Fotografiert hat sie natürlich Alex Schwander (bei ihm liegen auch alle Rechte). Und mehr, viel mehr zu sehen (auch in Farbe) gibt es auf seiner Homepage oder in seinem Blog.

 

 

 

2 Reaktionen zu “Alex Schwander: Fotograf”

  1. Hey! Ich kenne Alex zwar noch keine 25, aber gefühlte 100 Jahre 🙂
    Jedenfalls habe und werde ich immer wieder mit ihm „schießen“ gehen!! Immer eine sehr angenehme Arbeitsatmosphäre und beste Ergebnisse!
    Also, klick me! Flow

  2. thomas

    Sorry für die späte Freigabe – ist mir durchgerutscht


Kommentar schreiben

Kommentar