Geschichten aus dem Weserbergland

Das Weserbergland ist voller Liebesgeschichten. Aber nicht alle schließen mit einem Happy-end. Das ist eine davon.

Die Brüdersteine

Wenn du Hameln zu Fuß nach Norden verlässt führt dich dein Weg über den Schöt. Und wenn du dort die Augen offen hältst, entdeckst du vielleicht links vom Wegesrand zwei alte Gedenksteine.

Die beiden Steine sind etwa einen Meter hoch und waren wohl einst Kreuze, deren Kopf und Arme abgeschlagen wurden. Niemand weiß, wann und von wem sie aufgestellt wurden, denn sie tragen weder Inschriften noch Jahreszahlen. Nur ein Kreuz ist im Stein zu erkennen.

So verwittert wie beide Steine sind, müssen sie wohl schon etliche Jahrhunderte dort stehen. Unter ihnen sollen zwei Brüder begraben sein, erzählt man sich. Deshalb nennt man sie auch die Brüdersteine.

Die zwei Brüder, deren Namen und Herkunft im Verborgenen liegen, sollen in die gleiche Frau verliebt gewesen sein. Und jeder pochte wohl auf das, was er als sein Recht empfand. Keiner gab sich in seinem Werben geschlagen und so entwickelte sich aus der Liebe zu der einen Frau der Hass der Brüder aufeinander.

Eines Tages trafen sie sich an der Stelle auf dem Schöt, an der heute die Steine stehen. Wutentbrannt gingen sie mit Sensen aufeinander los. Und da selbst im Kampf um Leben und Tod keiner von beiden nachgab, fielen beide.

Auch der Name der Frau, um derentwillen sie sich gegenseitig umgebracht haben, ist nicht bekannt und auch nicht, ob sie sich für einen der Brüder entschieden hatte, aber sie soll ihr Leben lang jedes Jahr die Steine mit Kränzen aus Waldblumen geschmückt haben.

Wie gesagt, weiß niemand wie lange das alles zurück liegen soll, doch es wird erzählt, dass die Steine bis weit ins zwanzigste Jahrhundert von unbekannter Hand mit Waldblumen bekränzt wurden.

Ich weiß nicht, ob diese Geschichte aus dem Weserbergland wahr ist. Aber ich habe sie mir auch nicht ausgedacht. Und die Steine seht ihr auf dem Bild.

 


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