Fieber in Urbicand von Schuiten und Peeters

Eugen Robick hat ein Problem. Die Symmetrie ist in Gefahr. Die Symmetrie seines Entwurfes der Stadt Urbicand. Denn der Stadtrat verweigert ihm – dem berühmten Urbatekten Eugen Robick – den Bau, der für ein symmetrisches Stadtbild so notwendigen, dritten Brücke. Robick ist außer sich. Und das ist erst der Anfang.

Denn Zeichner Francois Schuiten und Szenarist Benoit Peeters entfalten eine fantastische Geschichte voller Wendungen, die davon erzählt, wie Architektur und Stadtplanung politisch instrumentalisiert werden, wie Architektur das Leben der Menschen beeinflusst, aber auch von Möglichkeiten ihrer Aneignung durch die Bewohner.

Anders als sonst in Comics dient hier die Architektur nicht nur als rahmengebende Bühne der Erzählung – sie ist die Hauptdarstellerin. Und sie interpretiert ihre Rolle brutal und monumental – orientiert sich an nationalsozialistischen Bauwerken mit einem eleganten Schuss Art Déco. Doch seht, lest und interpretiert selbst (Leseprobe).

Das vorliegende Werk zählt zu der Reihe „ Die geheimnisvollen Städte (Les Cities obscure)“, die in loser Folge und abgeschlossenen Erzählungen von einer Parallelwelt mit dem Fokus auf deren Architektur und damit zusammenhängender Phänomene berichtet. Der ambitionierte Hamburger Verlag „Schreiber und Leser“ macht seit einiger Zeit dem deutschen Publikum dieses umfangreiche und wichtige Werk zugänglich, in dem vergriffene Ausgaben wiederveröffentlicht werden und in Deutschland bisher unveröffentlichte publiziert werden.

Die vorliegende Erzählung erschien bereits 1991 im Mannheimer Feest Verlag unter dem Titel „Das Fieber des Stadtplaners“. Hier liegt sie in kompletter Neuübersetzung vor, ist erweitert um einen ergänzenden, interessanten Anhang und überzeugt durch eine frischere, moderne Sprache.

Schuiten_Cover_klein

Wer mehr über das Werk von Schuiten und Peeters erfahren möchte, dem sein die bisher erschienen Ausgaben von Schreiber und Leser empfohlen sowie die Ausgabe 32 der Fachzeitschrift „Reddition“, die sich mit dem Werk der beiden Belgier auseinandersetzt (nur noch antiquarisch erhältlich).

„Das Fieber in Urbicand“ von Francois Schuiten und Benoit Peeters ist im Hamburger Verlag Schreiber und Leser erschienen und natürlich auch in Naamans Comic Cosmos erhältlich.


Kommentar schreiben

Kommentar